In allen Bereichen unseres Lebens, dem sozialen, familiären und beruflichen, zieht sich oder sollte sich, ein roter Faden ziehen, der alle Bereiche durchdringt. Werte! Unsere Werte bilden die Basis für unsere Gedanken, unsere Handlungen und unsere Gefühle, – bewusst oder unbewusst. Judith Peters gab beim Bloog Boost den Impuls, mal in sich zu tauchen und sich über seine ganz eigenen speziellen Werte Gedanken zu machen. Über die Werte, die neben den grundsätzlichen, wie Unabhängigkeit, Dankbarkeit, Menschlichkeit u.v.a. für einen selbst eine große Bedeutung haben. Die 3. wichtigsten Werte, die sich durch mein Leben ziehen sind Intuition, Authentizität und Lernen. Sie sind unabdingbar für mein persönliches Wohlgefühl und im Umgang mit Anderen. Eine Art innerer Kompass, Motor und Gradmesser für meinen Umgang mit mir und anderen.
Mein Wert Nr. 1: Ich traue meiner Intuition und folge ihr!
Schreibt sich ganz leicht und flüssig: ich traue meiner Intuition. Aber lang war der Weg meiner Intuition nicht nur zu trauen, sondern ihr auch zu folgen.
Intuition lässt sich nicht mit Fakten darstellen. Es ist ein gefühltes Wissen. Dieses intuitive Wahrnehmen war für mich als Kind grässlich. Meine Wahrnehmung, mein Gefühl war ein anderes, als das was mir gezeigt oder gesagt wurde. So war ich oft im Zwiespalt, ob ich richtig bin und habe meiner Intuition nicht wirklich vertraut. Erst im Laufe der Zeit, während sich mein Blick auf die Welt und mein Wissen immer mehr erweitert hat, merkte ich, wie gut meine Intuition ist. Wie verlässlich dieses gefühlte Wissen mir Kompass sein kann. Für mich hat die Intuition einen mystischen Ansatz, in dem sie mir einen Zugang zu verborgenen, schöpferischen Anteilen der Welt gibt und gleichwohl den Wissensschatz meines bisherigen Lebens spiegelt. In der schamanischen und systemischen Arbeit ist meine Intuition wichtigster Anteil. „Je größer und stabiler dein Wissen ist, also wie ein riesiges Klettergerüst, Wissensgerüst, desto mehr Raum hat deine Intuition sich zu entfalten“. Diesen Satz habe ich mal irgendwo aufgeschnappt und er fühlt sich richtig für mich an.

Mein Wert Nr. 2: Immer wieder neues Lernen
Ich lerne gerne. Nicht alles lerne ich wirklich gerne, aber lernen, als solches mag ich sehr. Fremdsprachen lernen ist mir ein Gräuel. Sprachduschen machen es leichter, nicht ganz so effektiv, aber es lernt sich auch dabei. Auditiv und relativ passiv. Am liebsten lerne ich von Menschen, die in ihrem Gebiet einen besonderen, eigenen Weg gegangen sind. Neues entdeckt haben und/oder altes anders und neu zusammensetzen. Also den alten, aber bewährten Blickwinkel verlassen, um aus neuer Perspektive neue Erkenntnisse zu gewinnen. Von ihnen lerne ich nicht nur neues Sachwissen, sondern auch meinen Blickwinkel immer wieder neu auszurichten. Wissen ist nicht in Stein gemeißelt, es unterliegt einem ständigen Wandel und der Erweiterung. Und so erweitert sich mit jedem neuen Gelernten, auch die Sichtweise und der Handlungsspielraum in diesem Bereich und die Sichtweise auf die Welt. Das eigentliche Lernen fängt dann oft erst nach einem Seminar oder Workshop an. Das erworbene Wissen, dann auch in die Arbeit oder im Alltag einfließen zu lassen und anzuwenden.

Mein Wert Nr. 3: Authentizität
Fühlen, Denken und Handeln müssen für mich im Einklang sein. Wenn mir eine Person gegenüber steht und etwas sagt und ich wahrnehme, dass sie etwas anderes denkt und vielleicht auch sonst tut, als das was sie jetzt gerade sagt, verkrampft sich mein inneres System. Aber genauso verkrampft werde ich, wenn ich etwas tun soll, was mir nicht entspricht. Mir ist es sehr wichtig mir selbst treu zu bleiben und nicht gegen mein Gefühl oder meine Überzeugungen zu leben. Ehrlich mit mir selbst zu sein und anderen gegenüber. Dazu gehört es auch sich Fehler einzugestehen und gegebenenfalls zu kommunizieren. Es bedeutet auch sich mit seinen Schatten auseinandersetzen. Auseinandersetzen heißt nicht, ich setze meinen Schatten mal in den dunklen Keller und ich sitze schön auf der Sonnenterrasse des Lebens. Um in der Bildersprache zu bleiben, ich hohle den Schatten ins Licht und schaue ihn genau an, werde mir seiner bewusst. Viel eher geschieht dieser Prozess aber durch Menschen, Situationen, die mich triggern und ich frage mich, was ist das denn jetzt? Was löst da gerade dieses unangenehme Knistern in mir aus? Und dann heißt es für mich, mir einzugestehen, dass da was in mir schlummert, was ich vielleicht nicht so schick finde und bisher nicht gesehen habe. Sich dem aber zu stellen, macht mich dann wieder einen Schritt klarer im Umgang mit mir selbst und anderen. Sich dieser Anteile bewusst zu werden und sie behutsam zu integrieren, macht mich jedes Mal etwas authentischer und sicherer meinen Weg durchs Leben selbstbestimmt und wirksam zu gehen.

Was sind Deine Werte? Welche Werte ziehen sich durch Dein Leben, wie ein roter Faden?